6. Teil

1970

Zum drittenmal wurde die I. Mannschaft im Tischtennis unangefochten Kreismeister und stieg in die Bezirksklasse auf. Kruft II wurde Vizemeister. Auch die B-Jugend-Fußballmannschaft errang die Kreismeisterschaft.

Neben Fußball und Tischtennis wurde eine beachtenswerte sportliche Breitenarbeit betrieben. So verdienen besondere Erwähnung die Jugendsportgruppen. Der Verein unterhielt in diesem Jahr allein 5 Mädchen-Turngruppen, 2 Damen-Turngruppen, 4 Jugend-Fußballmannschaften, 2 Senioren-Fußballmannschaften und 2 Herren-TT-Mannschaften. Insgesamt trieben über 200 Jugendliche in der DJK Sport.

 

1971

Das Jahr stand ganz im Zeichen des 50jährigen Jubiläums. Generalstabsmäßig wurde ein großes Fest von Albin Szislowski vorbereitet, nicht das geringste wurde dem Zufall überlassen. Für die Schirmherrschaft konnte der damalige Sozialminister, Dr. Heinrich Geißler, gewonnen werden. Am Freitag, dem 11. Juni 1971 fand nach einer Beat-Messe in der Pfarrkirche und anschließender Kranzniederlegung am Ehrenmal um 20 Uhr der Festkommers in einem 1000-Mann-Festzelt am alten Sportplatz statt. An Prominenz fehlte es im vollbesetzten Zelt nicht. Neben dem erwähnten Schirmherrn waren z. B. anwesend der Bundestagsabgeordnete J. P. Josten, Landrat Dr. Klinkhammer, Verbandsbürgermeister Dahm, Diözesanpräses Dr. Ludwig und der DJK-Kreisvorsitzende Solf. Vorsitzender Albin Szislowski wurde mit dem „Goldenen Ehrenbrief“ des Diözesanverbandes ausgezeichnet. Zu weiteren Ehrungen an diesem Abend vermerkte die Presse, daß „ein wahrer Ehrungs-Regen niederprasselte, von dem kaum einer im Zelt verschont blieb“ (für langjährige Mitgliedschaft oder besondere Verdienste).

Aufgelockert wurde der Kommers durch Darbietungen der Vereinigten Musiker und des MGV Concordia sowie durch Tanz- und Gymnastikdarbietungen der Mädchen- und Damenturngruppen. Samstags und sonntags fanden abends jeweils ein „Bayerischer Abend“ und sonntagsmorgens ein „Bayerisches Frühschoppenkonzert“ statt. Zu diesen Veranstaltungen spielte die 12 Mann starke Trachtenkapelle „Watzmann“ aus Bischofswiesen. Mit der
50-Jahrfeier verbunden war eine Sportwoche. Von Samstag bis Samstag fanden auf dem Sportplatz täglich Fußballspiele statt (sonntags ein Seniorenturnier), und an mehreren Tagen wurden im Saal des Vereinslokals (Monschau) Vorführungen der Turngruppen und Tischtennisspiele geboten.

Die Jubiläumsveranstaltungen waren für die DJK überaus erfolgreich. Zum einen konnte sie sich als großer aktiver Sportverein der Öffentlichkeit präsentieren, zum anderen durfte sie durch die überaus große Anteilnahme besonders bei den Zeltveranstaltungen erfahren, wie große Teile der Bevölkerung zu ihr bzw. hinter ihr stehen.

Die Mitgliederzahl stieg 1971 auf 600 an. Zu den bestehenden fünf Mädchenturngruppen kam noch eine Jungenturngruppe hinzu.

Die I. Fußballmannschaft belegte in der A-Klasse den 3. Platz, die I. TT-Mannschaft konnte im ersten Jahr in der Bezirksklasse einen Mittelplatz erreichen.

Das Jugendheim wurde von der DJK mit einer neuen Beleuchtung versehen, und für die Erneuerung des Daches wurden 1000 DM gespendet. Der Erlös aus der Kirmesverlosung kam dem Bau des neuen Kindergartens zugute.

Erstmalig wurde im Vereinslokal ein Silvesterball durchgeführt.

 

1972

Die Spielsaison 1971/72 verlief sehr erfolgreich, was sich in der Erringung mehrerer Meistertitel ausdrückte.

Die I. Fußballmannschaft unter Spielertrainer H. Retterath wurde Meister der A-Klasse und stieg in der Bezirksliga auf.

Die Reservemannschaft wurde Staffelsieger der Reserveklasse, Staffel Andernach, gewann das Endspiel um die Kreismeisterschaft und errang schließlich nach 1965 und 1966 zum drittenmal den Paul-Mondorf-Gedächtnis-Pokal. Im Tischtennis belegte die I. Mannschaft in der Bezirksklasse den 2. Platz und die II. Mannschaft in der Kreisliga den 3. Platz. Die III. Mann-schaft wurde ungeschlagen Meister der 2. Kreisklasse.

Im Fußball wurden zum erstenmal Prämien gezahlt. Diese waren zwar an die Erringung der Meisterschaft gebunden, ein Anfang in diese Richtung war damit aber gemacht, und die nächsten Anträge ließen auch nicht lange auf sich warten. Zunächst erhielten die Spieler der I. Mannschaft pro Einsatz in der Saison 71/72 DM 5 Prämie. Die Spieler der Reservemannschaft wurden für ihre schönen Erfolge mit einer Armbanduhr belohnt. Für die neue Saison wurden für die I. Mannschaft 15 Paar Stollenschuhe angeschafft. Ein Antrag, den Spielern der I. Mannschaft nach jedem gewonnenen Spiel ein Essen zu gewähren, wurde abgelehnt. Dagegen wurde dem Antrag stattgegeben, ihr 30 % der Netto-Platzeinnahme „für entstandene Unkosten und Pflege der Kameradschaft zu überlassen.

Nachdem 1966 die Fusionsbestrebungen mit dem TV trotz eindringlicher Appelle seitens gemeindlicher Gremien und Personen sowie Rücktrittsbekundungen mehrerer Vorstands-mitglieder (von denen übrigens keiner in Kruft aufgewachsen war) besonders bei den Aktiven in der DJK keine Mehrheit gefunden hatten, wurden ab Sommer 1972 Gespräche mit dem TV über eine Fußballspielgemeinschaft geführt und Ende des Jahres mit dem Ergebnis abgeschlos-sen, ab dem neuen Spieljahr mit allen Senioren- und Jugendmannschaften eine Fußball-spielgemeinschaft zunächst für die Dauer von drei Jahren einzugehen.

Auch die Tischtennisabteilung ging mit der gleichen Abteilung des FC Plaidt eine Spielgemeinschaft für mindestens zwei Jahre ein. Jedoch nur die beiden ersten Mannschaften spielten kombiniert (I. Rheinlandliga und Bezirksklasse), wobei die Krufter Spieler überwiegend in der Bezirksklasse spielten.
 

1973

Im Hinblick auf die zu bildende Fußballspielgemeinschaft (FSG) wechselten zu Jahresbeginn drei Spieler des TV zur DJK, um den Erhalt der Bezirksliga zu sichern. Im Gegenzug wechselten vier DJK-Spieler zum TV, um dort auch die A-Klasse zu halten. Beides gelang. Zum Abschluß der Saison wurde Trainer Retterath von der DJK geehrt und verabschiedet. Er hatte über zehn Jahre lang erfolgreiche Trainerarbeit im Verein geleistet. Er wurde, wie auch der Trainer des TV, von der FSG übernommen.

Mit Wirkung vom 1. Juli 1973 trat die FSG in Leben. Ihr Vorstand setzte sich aus je drei Vertretern des TV und der DJK zusammen. Den Vorsitz übernahm F. Pahmeyer. Von seiten der DJK waren vertreten A. Szislowski, K. Schütz (Schriftführer) und G. Umbscheiden (Jugendleiter). Umbscheiden trat nach einem Jahr zurück und wurde durch A. Busenkell ersetzt.

Die FSG startete mit drei Seniorenmannschaften (Bezirksliga, A-Klasse, 3. Kreisklasse), einer Altherren- und fünf Jugendmannschaften.

Im Tischtennis wurde die SG Plaidt/Kruft II (überwiegend Krufter Spieler) Meister der Bezirksklasse und stieg in die Bezirksliga auf.

Im November nahm die Gruppe „Zweiter Weg“ ihren Übungsbetrieb im Jugendheim auf.

Ein Silvesterball wurde mangels Zuspruch nicht mehr durchgeführt.

 

1974

In der I. Mannschaft der FSG gab es nach gutem Start bereits nach der Vorrunde Unstimmigkeiten und Spannungen bezüglich der Mannschaftsaufstellungen, durch Forderung nach höheren Prämien und Gerüchte über Handgelder für verschiedene Spieler. Mangelnde Harmonie und Kameradschaft sowie schlechter Trainingsbesuch wurden beklagt. Am Ende der Saison belegte die I. Mannschaft einen 9. Tabellenplatz. Die II. und III. Mannschaft wurden in ihren Klassen vor- bzw. drittletzter. Die Jugendmannschaften hingegen waren recht erfolgreich. A- und C-Jugend wurden Staffelsieger, und die B-Jugend erreichte einen 2. Tabellenplatz.

Im Tischtennis belegte die SG Plaidt/Kruft II den 3. Platz in der Bezirksliga. Die Spielgemeinschaft mit Plaidt wurde nach Saisonende wieder aufgelöst. Dabei wechselten drei Plaidter Spieler nach Kruft, darunter Spitzenspieler W. Fawver.

Mit der Fertigstellung der neuen Sporthalle hatte das Jugendheim als „DJK-Heim“ ausgedient.

Die DJK schied als Mitglied aus dem Turnverband Mittelrhein aus, da eventuelle Vorteile aus der Mitgliedschaft die Kosten nicht aufwogen.

35 DJKler besuchten an Pfingsten die DJK Hülzweiler anläßlich ihres 50jährigen Vereinsjubiläums.

 

1975

Die genannten Probleme in der FSG hielten weiter an. Mehr und mehr wurden auswärtige Spieler für die I. Mannschaft verpflichtet. Krufter Spieler zogen sich zurück oder wechselten zu auswärtigen Vereinen. Wie schon im Vorjahr wurde der Trainer gewechselt. Die II. Mannschaft konnte die A-Klasse nicht mehr halten und stieg in die 1. Kreisklasse ab. Eine III. Mannschaft wurde für die neue Saison nicht mehr gemeldet. Trotz erheblich rückläufiger Spielerzahlen wurde der Spielbetrieb immer teuerer. Entsprechend waren die Forderungen der FSG an die Stammvereine: Höhere jährliche Zuschüsse (für 1976 z. B. sollten pro Verein 6000 DM gezahlt werden), Erweiterung des Vorstandes (auch durch Nichtmitglieder), mehr Rechte und mehr Selbständigkeit, eigenes Vereinslokal. Da für die Kündigung der FSG eine halbjährige Kündigungsfrist festgelegt war, beschäftigte sich der Vorstand Ende des Jahres mit dieser Angelegenheit. Mit großem Bedauern wurde festgestellt, daß von ursprünglich 30 – 35 DJK-Spielern in der FSG nur noch 12 übriggeblieben waren. Die Situation bei den TV-Spielern war auch nicht besser.

Trotz der aufgeführten Probleme sollte eine Kündigung nicht erfolgen.

Die I. TT-Mannschaft wurde 2. in der Bezirksliga und erreichte damit ihr Ziel, den Aufstieg in die 2. Rheinlandliga, nicht. Die Mannschaft fiel daraufhin fast völlig auseinander. Die
II. TT-Mannschaft wurde Meister in der 2. Kreisklasse.

Auf dem Gebiet Turnen/Breitensport unterhielt der Verein zwei Damengruppen, sechs Turngruppen für Kinder und die Gruppe „Zweiter Weg“. Dafür standen sechs Übungsleiterinnen zur Verfügung.

 

1976

Auf der Jahreshauptversammlung im Februar wurden 71 Personen für zehnjährige Mitgliedschaft geehrt. DJK-Kreisvorsitzender Solf ehrte Albin Szislowski mit der Ehrennadel in Silber des DJK-Bundesverbandes und überreichte ihm die goldene Diözesanplakette mit Ehrenbrief. Kreissportbeauftragter Dietz zeichnete den DJK-Vorsitzenden mit der Ehrennadel des Sportbundes Rheinland aus.

Während die I. Mannschaft der FSG in der Bezirksliga einen vorderen Tabellenplatz belegen konnte, mußte die II. auch aus der 1. Kreisklasse absteigen. Gegen Ende der Saison war sie nicht mehr in der Lage, regelmäßig mit elf Spielern anzutreten.

Für die neue Saison hätte nur noch eine Mannschaft gemeldet werden können. Schwierigkeiten gab es auch bei der Besetzung des FSG-Vorstandes, weil einige Personen sich nicht mehr zur Verfügung stellen wollten. Ungewiß war auch, wie die Finanzierung des Spielbetriebs in Zukunft gesichert werden könnte. TV und DJK beschlossen aufgrund dieser Umstände einvernehmlich, die FSG wieder aufzulösen.

Um die DJK in dieser schwierigen Situation zu unterstützen, nahm manch einer seine Fußballschuhe wieder von dem berühmten Nagel. So standen zu Saisonbeginn wieder zwei Senioren- und fünf Jugendmannschaften zur Verfügung, die sämtlich mit neuen Trikots ausgestattet werden mußten. Allein 1000 DM mußten für neue Bälle ausgegeben werden. Aufgrund des FSG-Vertrages durfte der Klassenunterschied zwischen DJK und TV nicht mehr als eine Klasse betragen. So startete die DJK in der 1. Kreisklasse. Da dem Verein nur ein Schiedsrichter verblieben war, konnten die Reserve und die B-Jugend an der Meisterschaftsrunde nicht teilnehmen.

Die Fußballjugend unternahm Fahrten nach Luxemburg, Brühl und zu verschiedenen Bundesligaspielen.

Durch einen Vertrag mit der Ortsgemeinde Kretz pachtete die DJK den Kretzer Rasenplatz.

Eine positive Überraschung bot die I. TT-Mannschaft, die mit dem vorletzten Tabellenplatz die Bezirksliga halten konnte. In dieser Abteilung war im Jugendbereich ein großer Aufschwung bei den Trainingsstunden zu verzeichnen.

 

1977

Die I. Fußballmannschaft belegte in der 1. Kreisklasse den 5. Platz. Bei einem Turnier in Hausen/Wied um den DJK-Rheinlandpokal konnte sie den Titel eines DJK-Rheinlandmeisters erringen. Beim Diözesanpokalturnier in Plaidt erreichte sie den 3. Platz. Erstmals wurde eine F-Jugend dem Verband gemeldet.

 

Im Tischtennis konnte die I. Mannschaft den Abstieg in die Bezirksklasse nicht mehr abwenden, während die Jugend Sieger der Kreisliga Staffel A wurde. Für die neue Saison konnte sich die Abteilung durch neue und zurückkehrende Spieler wieder verstärken. Bereits im Herbst errang die I. Mannschaft die Kreispokalmeisterschaft. Clemens Lehmann trat als Förderer der Abteilung bei.

Am 21. Mai wurde ein vereinsinternes Turnfest in der Sporthalle durchgeführt, bei dem etwa 150 Kinder ihre Übungen der Öffentlichkeit darboten. Die DJK wurde Mitglied im Turngau Rhein-Nette-Ahr.

 

1978

Den Rheinlandpokal konnten die Fußballer bei dem Turnier in Königsfeld verteidigen. Die Reservemannschaft und die A-Jugend erreichten in der Meisterschaftsrunde jeweils den 2. Platz.

Einen enormen Aufstieg verzeichnete die Tischtennisabteilung. Die I. Mannschaft wurde Meister der Bezirksklasse und stieg in die Bezirksliga auf. Zu Meisterehren kam auch die II. Mannschaft in der 2. Kreisklasse, die damit den Aufstieg in die 1. Kreisklasse schaffte. Die Jugend wiederholte ihren Vorjahrserfolg als Staffelsieger. Im Endspiel um den Kreismeistertitel scheiterte sie allerdings wie im Vorjahr an Briedel. Für die neue Saison wurden 58 Spieler/innen in zehn Mannschaften gemeldet.

Etwa 35 Karatesportler/innen schlossen sich der DJK als Abteilung an.

Bei der Generalversammlung konnten zehn Personen für 25jährige und 41 Personen für 10jährige Mitgliedschaft geehrt werden.

1979

Es starb der Mitbegründer und Ehrenvorsitzende, Heinrich Wershofen.

Die TT-Abteilung war mit zwei Mannschaften erfolgreich. Die I. Damenmannschaft wurde Kreismeister und stieg in die Bezirksklasse auf, die II. Mannschaft errang die Meisterschaft in der 1. Kreisklasse und schaffte damit die den Aufstieg in die Kreisliga. Bei den Diözesan-TT-Einzelmeisterschaften konnten Krufter Spieler beachtliche Erfolge verbuchen.

Anträge der TT- und Karateabteilung auf Finanzierung eines Trainers wurden vom Vorstand abgelehnt, weil die finanziellen Mittel des Vereins nicht dazu ausreichten.

Wie bereits im Vorjahr richtete die TT-Abteilung im Jugendheim einen Karnevalsnachmittag für die älteren Mitbürger (ab 75 Jahre) aus.

Der Verein schaffte ein Nikolauskostüm an, das seitdem bei Weihnachtsfeiern des Vereins oder seinen Abteilungen verwendet wird. Außerdem besucht der Nikolaus (A. Busenkell) am Nikolausabend Familien mit Kindern (ursprünglich war an Mitglieder gedacht). Der Erlös aus dieser Aktion kommt der DJK-Jugend zugute.