2. Teil

2. Teil Die Gründung der DJK und ihre Entwicklung  innerhalb des Jünglingsvereins

1920    Die Proklamation der DJK, „Reichsverband für Leibesübungen in kath. Vereinen“ erfolgte nach längerer Vorbereitung und als dringende Notwendigkeit auf dem Katholikentag in Würzburg am 16. September 1920 durch den Generalpräses der „Kath. Jugend- u. Jungmännervereine Deutschlands“ und Gründer der DJK, Monsignore Prälat Carl Mosterts. Schon bald setzten überall Werbetätigkeit und Zusammenschlußbestrebungen ein. So darf  beispielsweise die DJK Andernach unter dem Präsidium von Kaplan Baum für sich das Recht in Anspruch nehmen, die erste Abteilung des Kreises Mittelrhein und des Bezirks Andernach-Mayen zu sein. Der Gründung von Andernach folgten Mayen, Münstermaifeld (Seminar) und an 4. Stelle Kruft.

1921      Die Gründung der Krufter Abteilung erfolgte 1921 in einer Versammlung des Kath. Jünglingsvereins im Lokal Heinrich Busenkell durch den Präses, Kaplan Czecholinski. Seine Aufforderung zur Gründung der DJK wurde begeistert aufgenommen, und so finden wir schon in der nächsten Versammlung folgende Mitglieder des Jünglingsvereins als aktive und inaktive Mitglieder der DJK: Becker Jakob, Breitbach Karl, Busenbender Johann, Dietz Josef, Fronert Johann, Fusshüller Peter, Heuft Johann, Hommer Johann, Knollema Karl, Krupp Benedikt, Krupp Josef, Krings Karl, Krings Peter, Konz Josef, Lohner Johann, Müller Peter, Mehlem Anton, Ochtendung Johann, Oster Friedrich, Palluch Heinrich, Saftig Johann, Sattler Gangolf, Sattler Heinrich, Schmitz Jakob, Schmitz Josef, Schmitz Kaspar, Schmitz Peter, Schütz Peter, Schlaus Ernst, Weiler Josef, Wershofen Heinrich, Simon Peter, Klein Josef.

Die Abteilung unterstand vorläufig dem Vorstand des Jünglingsvereins, der ihr den nötigen Rückhalt gab. Außerdem mußte auch in sportlicher Hinsicht manches gelernt und organisiert werden, z. B. das Fußballspielen nach festen Regeln und die Ausbildung von Schiedsrichtern. Der erste Schiedsrichter war Heinrich Sattler.

Im Frühjahr 1921 erfolgte in Andernach im „Hotel zur Glocke“ die Gründung des Bezirks. Die Bezirksleitung blieb in Andernach, da Herr Kaplan Baum Bezirkspräses wurde. Aufgabe des Bezirksvorstandes war es, eine einheitliche Organisation im Bereich der beiden Städte Andernach und Mayen zu schaffen und sich der Ausbildung von DJK-Führern und Schiedsrichtern anzunehmen. Am ersten Schiedsrichterkursus für Fußball nahmen von Kruft Heinrich Sattler und Johann Hommer teil.

Die angeschlossenen Vereine trugen jetzt untereinander Freundschaftsspiele aus oder nahmen an Belehrungsspielen teil, um in der Spielzeit 1921/22 an den Verbandsspielen teilzunehmen und um die Meisterschaft zu kämpfen.

Auch wurde die Leichtathletik eingeführt. Durchweg nahmen auch alle Fußballer daran teil. Um eine bessere Abteilungsführung zu gewährleisten und die Verbindung mit dem Stammverein zu halten, da derselbe in finanzieller Hinsicht Träger der Abteilung war, ging man dazu über, den Vorstand des Jünglingsvereins zu erweitern. Die Abteilung wählte sich einen Abteilungsleiter und einen Schriftführer, die Mitglieder des Gesamtvorstandes wurden. Der Vorstand setzte sich also wie folgt zusammen: Peter Schütz (Präfekt), Peter Müller als Schriftführer des Jünglingsvereins und der DJK, Kassierer Peter Schütz und weitere fünf Beisitzer.

Infolge der Versetzung von Kaplan Czecholinski als Pfarrer nach Emmersweiler (Saar), wurde sein Nachfolger, Herr Kaplan Friedrich Billen, Präses.

Im Sommer machte die Abteilung noch einen Ausflug nach Heimersheim (Ahr) und trug dort noch ein Fußballspiel aus. Die beiden in der Bezirks-A- und -B-Klasse spielenden Mannschaften waren gut und machten ihrer Abteilung alle Ehre.

1922      Die Mitgliederzahl war auf 35 Aktive angewachsen, welche sich aus drei Mannschaften und zwei Schiedsrichtern zusammensetzten. Es spielte je eine Mannschaft in der Bezirks-A-, -B- und -A-Jugendklasse. Die A-Mannschaft war tabellenführend, als sie im November aufgelöst wurde. Es widersetzten sich nämlich sieben Mitglieder der Vereinsführung und gingen zum FC „Pellenzia“ über.

Im allgemeinen wurden dem Verein und der Abteilung große Schwierigkeiten durch Hetze usw. bereitet. Das Vereinslokal wurde nach Heinzen verlegt, nachdem von Busenkell gekündigt und eine Zeitlang die Versammlungen unter freiem Himmel erledigt worden waren.

In diesem Jahr wurden auch die Verbandsabzeichen beschafft, und die Zeitschrift „Rheinische Jugendkraft“ bezogen. Gelegentlich des Werbefestes in Engers, welches als das erste am Mittelrhein stattfand, beteiligte sich die Abteilung mit einer Mannschaft und einer Anzahl Leichtathleten, welche sehr gut abschnitten, aber ein Opfer des Städtevorzuges wurden.

Es soll noch Erwähnung finden der einzig schöne Ausflug nach Manderscheid, woran sich 79 Mitglieder beteiligten. Einzig schön war dieser Ausflug wegen der schönen Fußtouren, die von Daun aus gemacht wurden, und durch das schöne Landschaftsbild, das sich uns offenbarte. Erstaunt waren viele über die Einfalt und Gemütlichkeit der Eifelbewohner.

1923      Dieses Jahr brachte im April wieder einen Präseswechsel mit sich. Herr Kaplan Alfons Altmeyer wurde Nachfolger von Kaplan Billen. Der Vorstand setzte sich nach der Neuwahl zusammen aus: Peter Schütz (Präfekt und Kassierer), Peter Müller als Schriftführer des Jüngslingsvereins und der DJK, Busenkell Johann, Dietz Josef, Betzing Josef, Heinzen Hubert, Langenbahn Martin und Hilgert Peter als Beisitzer. Die Abteilung war eine Zeitlang ohne Leiter.

Durch die rasende Geldentwertung war man fast mutlos geworden, und mancher Führer war nicht in der Lage, Spesen aus seiner Tasche zu zahlen, genau wie die Vereinskasse. Selbst im Bezug der „Rheinischen Jugendkraft“ und auch in der DJK traten Lücken ein, weil niemand mit der Entwertung Schritt halten konnte. Der Reichsverband war gezwungen, seine Geldnot durch eine Lotterie zu beheben. In der Abteilung wurden 100 Lose zum Gesamtpreis von M 5000,– abgesetzt.

Die A-Mannschaft wurde wie schon erwähnt aufgelöst. Es spielte jetzt nur noch eine in der B-Klasse und eine in der A-Jugend-klasse. Die B-Mannschaft kam höchst selten geschlagen nach Hause und verlor auf dem hiesigen Sportplatz überhaupt kein Spiel. In den Verbandsspielen konnte sich diese Mannschaft in einem Entscheidungsspiel in Mayen gegen Niedermendig den Meistertitel erkämpfen.

Auf Veranlassung der Bezirksleitung sollte das Schlagballspiel eingeführt  werden. Auch Kruft konnte eine Mannschaft aufstellen, doch war derselben in diesem Jahre kein Glück beschieden.

Am 16. September waren Heinrich Sattler und Peter Müller nach Pommern an der Mosel zum Kreisvertretertag gefahren. Die Hin- und Rückfahrt mußte mit dem Fahrrad gemacht werden, weil es durch die Regiebahn unmöglich war, die Reise an einem Tag zu machen und aufgrund der Inflation das Geld für den Fahrpreis nicht aufzubringen war.

Am 21. Oktober beteiligte sich die Abteilung an dem Stiftungsfest in Niedermendig. Die Erfolge der Krufter waren unbedeutend.

Kurz ist noch zu erwähnen, daß Herrn Kaplan Billen durch den Vorstand ein Besuch abgestattet und bei dieser Gelegenheit eine in Düsseldorf angefertigte Urkunde überreicht wurde. Der Urkunde war je ein Bild von Kirche und Pfarrhaus eingemalt.

Im allgemeinen war 1923 infolge der Inflation ein sehr schlechtes Jahr und beraubte die Abteilung fast ihrer Existenzfähig-keit. Der Bezirk war zusammengebrochen.

1924      gilt als ein Jahr der Aufbauarbeit. Vieles war aufzurichten, was 1923 mit seiner Inflation und seinen Wirren zugrunde gerichtet und mühsam in 1924 hinübergerettet worden war. Die Vereinsführung lag in den Händen von Kaplan Altmeyer und des 1923 gewählten Vorstandes. Die Leitung und Geschäftsführung der Abteilung, welche auf 23 Mann und einen Schiedsrichter zusammengesunken war, hatte Peter Müller.

Von der Abteilung nahmen am 16. Januar der Präses und der Abteilungsleiter am Gauvertretertag in Koblenz teil, desgleichen an den Bezirkstagen in Mayen, wo sich seit 1922 die Bezirksleitung befand.

Die Abteilung beteiligte sich in diesem Jahre an den Schlag-ballspielen und stand an zweiter Stelle im Bezirk. Dann ging auch diese Mannschaft zugrunde.

Ziemlich stark vertreten war die DJK auf dem Jugendfest in Ochtendung am 6. Juli und auf dem Werbefest in Niedermendig am 31. August. Die Fußballmannschaft, welche in der C-Klasse spielte, konnte sich die Meisterschaft sichern.

Im Sommer beteiligte sich die DJK-Abteilung mit dem Stammverein in einer Gesamtstärke von 60 Mann an einem Ausflug zum Drachenfels.

Durch den Reichsverband der DJK wurden die Abteilungen in Form einer Mannschaftssteuer mit einem Reichsnotopfer belastet. An der Versammlung im Oktober nahmen von der Bezirksleitung Bezirkspräses Kaplan Kraus, Geschäftsführer M. Kreuser und Spielobmann Remaklus teil.

1925      Zu Anfang des Jahres hatten Verein und DJK-Abteilung die gleiche Vereinsführung wie 1924. Am 20. Juni wurde der Vorstand gewechselt. Der neue Vorstand sah in seinen Reihen: Peter Müller als Schriftführer des Jünglingsvereins, Abteilungsleiter und Geschäftsführer der DJK-Abteilung, Heinzen Hubert, Heinzen Martin, Krupp Josef, Schalenberg Anton, Dietz Josef, Ruckes Ludwig, Sattler Gangolf und Adams Josef als Vorstandsmitglieder. Durch Heirat des Präfekten Peter Schütz blieb dieser Posten unbesetzt, da keiner den Posten übernehmen wollte.

Am 11. Januar nahmen Präses und Abteilungsleiter am Gauvertretertag in Koblenz teil, und am 9. Februar legte sich die Abteilung den Namen „Alemannia“ zu. Da die Abteilung zur Führung dieses Namens keine Genehmigung nachsuchte, mußten wir uns einen Rüffel der Bezirksleitung gefallen lassen.

Der Mitgliederstand war ungefähr der gleiche wie 1924. An Stelle der Schlagballmannschaft trat eine Senior-Fußballmannschaft, die in der B-Klasse spielte und sich im Entscheidungs-spiel gegen Andernach in Ochtendung die Meisterschaft sichern konnte.

Vom Kreisjugendpflegeausschuß wurde ein Vorturnerkursus veranstaltet, an dem zwei Vertreter teilnahmen.

Die Waldlaufmeisterschaften am 22.3. in Andernach brachten der Krufter Abteilung, die stark vertreten war, schöne Erfolge. Kruft belegte in der Jugendklasse über 2000 m bei 40 Bewerbern den 1., 2., 3., 6. und 7. Sieg. In der B-Klasse über 3000 m sicherte sich Kruft unter ca. 35 Bewerbern den 2. und 4. Sieg. Die beiden Sieger der B-Klasse nahmen an den Kreiswaldlaufmeisterschaften am 26. April in Ehrang bei Trier teil, ohne einen Erfolg für sich buchen zu können. Beim Kreisfest in Koblenz am 6. September beteiligte sich Kruft nur mit einer Deputation. Beim Bezirksgeräteturnfest in Mayen am 8. November, dem ersten Fest dieser Art, konnte Kruft bei mäßiger Beteiligung keinen nennenswerten Erfolg erringen.

Um auch der Leichtathletik und dem Turnen auf die Beine zu helfen, wurden Kugel und Speer beschafft. Auf dem Spielplatz, der inzwischen durch Beschüttung und Umzäunung instand gesetzt worden war, wurde ein Reck eingebaut und der vorhandene Barren repariert. Der Bezirksturnwart, M. Neubaur, von Ochtendung kam des öfteren in der Woche nach hier, um das Turnen zu leiten.

1926      Die Vereins- und Abteilungsführung aus 1925 ging unverändert in 1926 über. Die aktive Mitgliederzahl erfuhr eine Verstärkung durch Zuwachs von Leichtathleten.Es spielte je eine Mannschaft in der Gau- und Bezirksklasse.

Das Hauptereignis für Verein und Abteilung war ein auf den 16. Mai angesetztes Vereinsfest zur Feier des 15jährigen Stiftungsfestes des Jünglingsvereins und der Platzeinweihung der DJK. Jedoch war nur der Wettergott nicht hold und ließ am Sonntagnachmittag und den ganzen Sonntag über seine Schleusen offen, so daß die sportliche Erledigung verlegt werden mußte. Am 16. Mai fand nur die kirchliche Feier statt. Prälat Anheier weilte an diesem Tage hier. Das Programm sah vor: Generalkommunion, Festgottesdienst und Nachmittagsandacht. Anschließend: Diplomspiele in drei Klassen, Fünfkampf für A- und B-Klasse, Vierkampf in der C- und Dreikampf für die Jugendklasse, als Vereinskämpfe in jeder Klasse eine Staffel. Wie erwähnt, wurde die Austragung der Wettkämpfe verlegt und am 20. Juni erledigt. Die Teilnahme der auswärtigen Vereine war gut, und der Kassenabschluß mit 15,– M plus ist der Ungunst des Wetters zuzuschreiben.

Der 16. August sah 10 Leichtathleten auf dem Kreisjugendfest in Mayen um die Siegerpalme kämpfen, und die Abteilung hatte auch einen Kampfrichter zur Verfügung gestellt.

Im Juni 1926 kam die Bezirksleitung nach Kruft. Die Abteilung stellte den Bezirkspräses, Kaplan Altmeyer, den Bezirksleiter, Johann Nittenwilm, und den Bezirkskassierer, Peter Müller.

1926      Die Mitgliederzahl hielt sich ungefähr in der gleichen Höhe wie im Vorjahre. Es spielte je eine Mannschaft in der Gau- und Bezirksjugendklasse.

Am 6.3. war die Abteilung auf dem Bezirksturnfest in Mayen, am 19.6. beim Leichtathletiktreffen in Andernach und am 14.8. auf dem Kreisjugendtag in Mayen aktiv. Auch zum II. Reichstreffen in Köln am 7. August erschien die Abteilung, wenn auch inaktiv auf dem Bilde.

Bis September liegt das Präsidium in Händen von Kaplan Altmeyer und geht dann an Herrn Kaplan Hubert Schmitt über. Der Posten des Abteilungsleiters geht von Peter Müller an Junglehrer Nikolaus Wirz über. Im übrigen trat keine Veränderung im Vorstande ein.

Damit endet der 2. Teil, und wir finden im 3. Teil die DJK als Abteilung mit eigener Verwaltung und Kasse unter Anschluß an den Kath. Jünglingsverein und den 1926 gegründeten Kath. Gesellenverein als Stammvereine.