1. Teil

1. Teil Gründung und Entwicklung

 

1911    Herr Pastor Riotte gründete am 15. Juni 1911 mit insgesamt 38 Jünglingen den Kath. Jünglingsverein und war dessen Präses. Zweck war, durch die monatliche Kommunion, die wöchentlichen apologetischen Vorträge in der Kirche die Jugend religiös zu erfassen und zu erziehen und durch Pflege treuer Kameradschaft auch für das öffentliche Leben brauchbare Männer zu schaffen.

Der erste Vorstand wurde am 20. Juli gewählt und setzte sich wie folgt zusammen: Peter Schütz (Präfekt), Josef Schäfer (Schriftführer), Johann Ochtendung (Kassierer), Josef Einig und Josef Becker (Assistenten). Am 30. Juli machte der junge Verein zur Pflege der Kameradschaft seinen ersten Ausflug nach Fraukirch, dem an späteren Sonntagen mehrere in die nähere und weitere Umgebung folgten. Im Winter durch war für sonntagsnachmittags im Saal des Pfarrhauses Gelegenheit zur Unterhaltung mit Spielen und Büchern gegeben.

1912      Im März wurde ein Trommlerkorps gegründet, und es wurden Turngeräte beschafft.

Im Juni legte sich der Verein eine kirchliche Fahne in Form einer Standarte zu und konnte dieser im August die Weihe geben.

1913      trat innerhalb des Vereins ein großer Wechsel ein. Da Kruft in diesem Jahr einen Kaplan erhielt, trat Herr Pastor Riotte vom Präsidium zurück und übergab dasselbe an Herrn Kaplan Michael Schäfer. Aus dem Vorstand war Josef Schäfer ausgetreten, weil er sich im bischöflichen Konvikt in Trier auf das Priesteramt vorbereitete. Der neue Vorstand setzte sich folgenderweise zusammen: Peter Schütz (Präfekt), Josef Einig (Schriftführer), Johann Gabriel Ochtendung (Kassierer), Josef Comes und Wilhelm Gemein als Beisitzer.

Auch wurden in diesem Jahr Fußball, Schleuderball und sonstige Rasenspiele eingeführt und mit manchem schönen Ausflug abgewechselt.

1914/15   Der Verein ist schon stark entwickelt und hat bereits einen Mitgliederstand von 86 erreicht. Regelrecht trifft man die Mitglieder kameradschaftlich vereint in der Kirche und auf dem Sportplatz, den Präses in ihrer Mitte, als im August 1914 der Krieg ausbrach. Nach und nach wurden die Mitglieder zum Militär eingezogen und dadurch der Verein im Wachsen gehemmt. Die Kriegsjahre verliefen im allgemeinen ruhig.

Es trat jetzt insofern ein Wechsel ein, daß die Ausflüge in Kriegsspiele umgewandelt wurden. So hatten bei diesen Spielen der Herr Pastor und der Präses je eine Gruppe zu führen und zu leiten.

1916      Der Präses, Kaplan Schäfer, wurde versetzt. An seine Stelle trat Kaplan Eduard Czecholinski. Die Vorstände 1915 und 1917 genau anzugeben, ist jetzt nicht mehr möglich.

1917      In diesem Jahr wurden durch den kommandierenden General von Plötz in Koblenz in allen Jugendvereinen die sogenannten Jugendwehren eingeführt, und es wurde alles, was bisher freier Wille war, unter Zwang gestellt: Turnen, Sport, Kriegsspiele und Schützen-grabenbau. Die gesamten Jugendwehren hatten auch gemeinsame große Feste und Spiele, denen der General selbst beiwohnte, z. B. 1917 in Andernach und 1918 in Mayen.

1918/19   Der Krieg ging zu Ende und brachte viele Wirren und Entfremdung mit sich. Die frühere schöne Kameradschaftlichkeit war bei vielen Mitgliedern geschwunden und hatte viele Austritte derselben zur Folge. Nach und nach kamen viele so weit, daß sie dem Verein, in dem sie ihre schönste Jugendzeit verbrachten, nicht nur den Rücken kehrten, sondern gegen ihn Stellung nahmen. Erwähnt sei die Gründung des FC „Pellenzia“ im Jahre 1919, der seine besten Mitglieder und Kräfte in den Mitgliedern des Jünglingsvereins fand.

Wollte der Jünglingsverein bei der Sportwut der Nachkriegsjahre nicht den größten Teil seiner Mitglieder anderen Verbänden abgeben, so mußte er von sich aus die Organisation des Sportes in die Hand nehmen. Dazu bot ihm die Gründung des„Reichsverbands der DJK“ willkommene Gelegenheit.

Der nächste Teil soll dann die Gründung und Entwicklung der DJK innerhalb des Jünglingsvereins enthalten und der 3. Teil die Selbständigmachung der DJK in Bezug auf Vereinsführung, Finanzen und weitere Entwicklung.