Chronik

Chronik der DJK Alemannia 1921

Kruft/Kretz e.V.

Von den Anfängen des

Jünglingsvereins 1911

bis 1932

Von Peter Müller und

Kaplan Hubert Schmitt

Aus der Handschrift übertragen

und bearbeitet von

Karl Klein

Der Sinn der Leibesübungen muß der Geist sein, Ihn, der an den Leib gebunden ist, von dessen Last zu befreien, Ihn frisch, froh und frei zu machen, damit Er ganz Herr im Menschen sei.

Carl Mosterts

Diese Zielgedankensind unsere Seele, diese unser wahres Gesicht:

Eine vom Geiste getragene, von Zucht beherrschte, von dem christlichen Grundsatz der geschwächten Menschennatur begrenzte, die Seele als Höchstes und Letztes anerkennende, auch in den Leibesübungen auf den inneren Menschen zielende, ihn bewußt mitgestaltende Leibespflege.

Carl Mosterts

Kaum werden sich schönere Worte finden lassen, um unser ganzes Streben und Wollen auszudrücken als die vorstehenden des leider zu früh verstorbenen Gründers der Deutschen Jugendkraft. Nun, nachdem unsere DJK Alemannia in Kruft nach fast einem Jahrzehnt schwersten Ringens endlich fest hier verwurzelt scheint, gehen wir daran, die spärlichen Zeugen früherer Jahre zu sammeln und in kurzen Zügen die Geschichte unserer Bewegung in Kruft zu schildern. Wir wollen beginnen mit Gott, unserem Anfang und Ende, dem zuliebe und für den wir alle Arbeit an der Jugend mit Freuden verrichten.

 Schmitt, Kapl.

Vorbereitung, Werden und Wachsender Deutschen Jugendkraft in Kruft

Die Deutsche Jugendkraft, Reichsverband für Leibesübungen in kath. Vereinen, ist hervorgegangen aus den kath. Jugendverbänden Deutschlands, und zwar aus:

1. Kath. Jugend- u. Jungmännerverband, Sitz Düsseldorf,

2. Kath. Gesellenverband, Sitz Köln,

3. Kath. Kaufmännerverband e.V., Sitz Essen,

4. Kath. Verband „Neudeutschland“, Sitz Köln,

5. Kath. Arbeiterverband e.V., Sitz Köln.

Diese fünf Verbände gründeten die DJK, um die ganze sporttreibende, in kath. Vereinen organisierte Jugend in einem großen kath. Sportverband zusammenzufassen. Die Grundidee, die die DJK werden ließ, war diese: Wie der Körper vom Geiste beseelt und nur durch die Seele lebensfähig ist – beide sind also beim Menschen aufeinander angewiesen -, so kann Körperkultur nie vom Geiste absehen, sondern muß sich einordnen in die Haltung des ganzen Menschen und damit in das Gesamtgebiet der Erziehung. Darum kann für einen Katholiken nur eine Körperpflege in Frage kommen, die bewußt die Leibesübungen in das Gesamtziel der Erziehung einordnet. Sport darf also für den Katholiken nie Selbstzweck, sondern  muß Mittel zum Zweck sein: Durch Körperbildung zur Geisteskraft.

Die Gründung der DJK wurde am 16. September 1920 auf dem Katholikentag in Würzburg durch ihren Gründer, Prälat Carl Mosterts, proklamiert.

Die Leitung der DJK hat bis zum heutigen Tage mit Zielstrebigkeit das in Würzburg festgelegte Programm in die Tat umzusetzen versucht, mit welchem Erfolg, zeigt das glänzende innere Wachstum in den zehn ersten Jahren ihres Bestehens.

Wie nun die DJK aus den kath. Verbänden im „Großen“ hervorgegangen ist, so sind auch naturgemäß die Abteilungen aus den Stammvereinen hervorgewachsen. Die DJK in Kruft wurde zu Anfang 1921 gegründet, und so möchten wir auch die Entwicklung des Jünglingsvereins, welcher der Stammverein der DJK ist, bis zur Gründung derselben in einem kurzen Überblick streifen und gehen damit über zum